Vermögensverwaltende GmbH erfolgreich gründen: Alles, was Sie wissen müssen

|
Best Practice

Wusstet ihr, dass Privatvermögen in Deutschland oft deutlich höher besteuert wird als Betriebsvermögen? Um Steuern zu sparen, kann es sich lohnen, eine vermögensverwaltenden GmbH zu gründen. Mit ihr könnt ihr Vermögen aufbauen und von verschiedenen Steuervorteilen profitieren. Mehr über die vvGmbH, wie ihr sie gründet und welche rechtlichen Aspekte zu beachten sind.

Eine vvGmbH zu gründen lohnt sich, wenn ihr Vermögen aufbauen wollt und Steuern sparen möchtet. (Foto: von cottonbro studio)

Definition und Grundlagen der vvGmbH

Im Gegensatz zu anderen Gesellschaftsformen produziert eine vermögensverwaltende GmbH keine Güter und bietet auch keine Dienstleistungen an. Wie der Name schon sagt, wird sie gegründet, um Vermögen zu verwalten, das z.B. aus Aktien stammt.

Im Rahmen der Vermögensverwaltung fungiert die vvGmbH als Tochtergesellschaft einer Holding. Die Muttergesellschaft bündelt hier ihre Beteiligungen, die sie an verschiedenen Unternehmen hält. Neben steuerlichen Vorteilen ergibt sich in der Regel eine vereinfachte Verwaltung.

Schritte zur Gründung einer vvGmbH

Die Gründung einer vvGmbH unterscheidet sich kaum von der Gründung einer klassischen GmbH. Wichtige Schritte, die bei der Vorbereitung eine große Rolle spielen, sind u.a:

  1. das Aufsetzen eines Gesellschaftervertrages, in dem wichtige Details wie der Sitz der GmbH, die Gesellschafter, die Geschäftsanteile festgehalten werden
  2. die Eröffnung eines Geschäftskontos, wofür der oben genannte Gesellschaftervertrag notwendig ist
  3. ein Termin beim Notar, der den Gesellschaftervertrag beurkundet
  4. Einzahlung der Stammeinlage (25.000 Euro) auf das eröffnete Geschäftskonto.
  5. die Eintragung ins Handelsregister (Wichtig: Unter „Geschäftszweck“ darf nur „Vermögensverwaltung“ stehen. Die Herstellung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen machen die vvGmbH direkt zur GmbH).
  6. der Antrag auf Befreiung von der Gewerbesteuer.

Nach diesen Schritten kann die vvGmbH ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen.

Steuerliche Vorteile der vvGmbH

Die vvGmbH eignet sich insofern als Mittel zum Vermögensaufbau, weil es auf ihrer Basis möglich ist, Steuern zu sparen. So gut wie jeder Gründer dürfte wissen, dass sich hierhinter viel Potenzial verbirgt. Immerhin können – gerade bei Privatpersonen – Gewinne, die aus Aktien und Termingeschäften resultieren, hohe Zahlungen nach sich ziehen.

Ein typisches Beispiel: Wer als Privatperson Gewinne aus Aktien generiert, wird mit einem Steuersatz in Höhe von 26,38 % belastet. Hier bietet die vermögensverwaltende GmbH die Chance, sich die hohe Kapitalertragssteuer zu sparen. Denn: Wer eine vvGmbH gründen möchte und das Ganze als Betriebsvermögen einordnet, zahlt auf die Gewinne, die er aus Aktien schöpft, nur noch einen Steuersatz von 1,54 %. Gerade mit Hinblick auf vergleichsweise hohe Beträge ergeben sich oft deutliche Unterschiede.

Dies zeigt sich unter anderem auch im Zusammenhang mit Termingeschäften. Hier haben Sie die Möglichkeit, Verluste in unbegrenzter Höhe zu verrechnen. Privatpersonen sind an ein Maximum von 20.000 EUR gebunden.  

Auf Basis der entsprechenden Vorgaben stellt es unter der Gründung einer vvGmbH kein Problem dar, seine Steuerlast merklich zu senken.

Wichtige rechtliche Aspekte

Wer eine vermögensverwaltende GmbH gründen möchte, sollte sich im Vorfeld natürlich unter anderem mit allen wichtigen rechtlichen Aspekten auseinandersetzen. Zwei Details, die hierbei besonders wichtig werden, sind das Mindestkapital und die Haftung.

Wie bei der klassischen GmbH liegt das Mindestkapital beziehungsweise die Stammeinlage bei 25.000 EUR. Für die Haftung gilt: Sofern die Geschäftsführer und die Gesellschafter ihre Pflichten nicht verletzt haben, haften sie auch bei der vvGmbH nicht privat. Über den Gesellschaftsvertrag kann allerdings festgelegt werden, dass unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Nachzahlungen nötig werden.

Zudem gilt es, als Geschäftsführer beziehungsweise als Gesellschafter seinen Pflichten nachzukommen. Zu den speziellen Geschäftsführer-Pflichten gehört es unter anderem:

  • Gesellschafterversammlungen zu organisieren und einzuberufen
  • das Stammkapital zu erhalten
  • die Vorgaben zur ordnungsgemäßen Buchführung einzuhalten.
     

Die Gesellschafter einer vvGmbH sind hingegen dazu verpflichtet:

  • die vereinbarten Einlagen zu tätigen
  • der vvGmbH, für die sie tätig sind, die Treue zu halten („Treuepflicht“)
  • das Wettbewerbsverbot zu respektieren.

Praxistipps und häufige Fragen

In Bezug auf die Gründung und das Führen einer vvGmbH tauchen immer wieder Fragen auf. Antworten auf einige der meistgestellten finden sich hier:

Wann lohnt sich eine vvGmbH?

Wichtige Details, die in Bezug auf die Antwort auf diese Frage eine wichtige Rolle spielen, sind unter anderem die jeweilige Investment-Strategie und die Art der Anlage. In der Regel lohnt es sich vor allem, ab einem Vermögen von 100.000 EUR über die Gründung der vvGmbH nachzudenken.

Was sind die größten Herausforderungen der vvGmbH?

Zu den größten Herausforderungen im Rahmen einer vvGmbH gehört es, möglichst effizient zu verwalten. Die Zusammenarbeit mit einem professionellen Partner und automatisierte Vorgänge können dabei helfen, Kosten zu sparen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, wenn man eine vvGmbH gründen möchte?

Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehören das Stammkapital, der Eintrag in das Handelsregister und das Bestellen eines Geschäftsführers. Zudem darf die vvGmbH nicht aktiv werden. Sie beschränkt sich ausschließlich auf die Vermögensverwaltung.

Fazit

Die Gründung einer vvGmbH ist mit vielen Vorteilen verbunden – vor allem in steuerlicher Hinsicht. Dennoch gilt es natürlich, einige Details zu beachten, um rechtlich und steuerlich auf der sicheren Seite zu sein. Im Zusammenhang mit vielen Vorgaben rund um Stammkapital und Gesellschaftervertrag ist es möglich, sich an der klassischen GmbH zu orientieren.

zurück